Unsere Geschichte - Vom Barockrahmen bis zur Online-Einrahmung

Die Gründung der Grabower Goldleistenfabrik Th. Heinsius geht zurück auf den Juni des Jahres 1866, als der aus Waren (Müritz) stammende Glasermeister Theodor Heinsius (1828-1894) mit Anschaffung der ersten Grundiermaschine in den angemieteten Räumen Theodor Heinsius 1828-1894in der Grabower Kirchenstraße den Grundstein für ein rasch wachsendes Geschäftsfeld legte. Bereits wenige Jahre darauf waren die Räume zu klein geworden und am Steindamm 45 (damals am Rande der Stadt) wurde ein Neubau errichtet. Trotz herber Rückschläge wie der kompletten Zerstörung des erst wenige Jahre alten Wohn- und Fabrikationsgebäudes durch ein Feuer im Jahre 1879 entstand im Laufe der folgenden Jahrzehnte an diesem Standort ein weitläufiges Fabrikationsareal mit zahlreichen Gebäuden und Anlagen.

Baumstämme wurden über die an das Grundstück grenzende Elde angeliefert, fertige Bilderrahmen und Leisten verließen auf der anderen Seite die Fabrik. Sägen, Kehlen, Grundieren, Vergolden - der komplette Herstellungsprozess für Barock- und andere Rahmen und Leisten des ausgehenden 19. und angehenden 20. Jahrhunderts wurde in Grabow geleistet. Über 100 Mitarbeiter waren am Standort dauerhaft beschäftigt.

In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts erlebte die Firma Th. Heinsius Ihren Höhepunkt und größte Ausdehnung. Sie war zu einem der größten Leistenhersteller in Deutschland gewachsen. Geliefert wurde ins In- und Ausland.
 
Durch die beiden Weltkriege und die damit verbundenen Nöte - unter anderem mussten "kriegswichtige Güter" anstelle von Bilderrahmen hergestellt werden - wurden das Unternehmen, seine Mitarbeiter und seine Geschäftstätigkeit in starke Mitleidenschaft gezogen. Wenige Monate nach Einmarsch der Roten Armee 1945 in Grabow wurde die Goldleistenfabrik zudem Ihres Leiters beraubt. Der in dritter Generation von Dr. Walter Heinsius geführte Betrieb wurde nach dessen Verhaftung und Tod im Lager Fünfeichen durch seine Frau Dr. Dorothea Heinsius und den Prokuristen Robert Markwardt weitergeführt.
 
Goldleistenfabrik um 1920
Die Grabower Goldleistenfabrik um 1920 nach einer Zeichnung von G. Schütz
 
1953 wurde die Firma enteignet und bestand in der DDR als "VEB Plast- und Holzverarbeitung" bis 1990 weiter. Mit der Wiedervereinigung war das Fortführen der Geschäfte nur mit einem Kooperationspartner möglich, der Wiederaufstieg misslang jedoch aufgrund der schwierigen Marktsituation. Ende 1995 wurde der Betrieb eingestellt.

Doch die Herstellung von Bilderrahmen und -leisten wurde fortgeführt. Die Vergolderin Monika Lampert machte sich selbständig und richtete sich mit Zustimmung des Eigentümers auf dem alten Gelände eine Werkstatt ein. 1999 gründeten sie und Prof. Dr. Theodor Heinsius (Sohn von Dr. Walter Heinsius), der seiner Heimatstadt Grabow über Jahrzehnte hinweg immer verbunden blieb, mit der Firma TH. HEINSIUS + M. LAMPERT Goldleistenmanufaktur GmbH + Co. KG ein neues Unternehmen. 

Neue Räume wurden in der Berliner Straße 40a gefunden, wo das Unternehmen noch heute ansässig ist. Nach dem Tod von Prof. Dr. Theodor Heinsius stieg sein Sohn Stephan Heinsius im Jahre 2009 neben Monika Lampert in die Geschäftsführung ein. Der gelernte Diplom-Informatiker brachte über Partnerunternehmen das Internet mit. Auf diese Weise werden auch heute wieder Bilderrahmen aus Grabow ins In- und Ausland geliefert, jetzt auch mittels Online Einrahmung und weltweiter Vermarktung via Internet.

So soll das traditionelle Handwerk in Grabow auch in Zukunft erhalten bleiben und das Vergolderteam nicht nur das Know-How vergangener Generationen in ihren Kenntnissen und Fertigkeiten bewahren, sondern auch moderne Trends und Stilrichtungen umsetzen.

Anlässlich des 145-jährigen Bestehens der "Tradition in Bilderrahmen" in Grabow haben wir eine neue Rahmenleisten-Kollektion entwickelt, für einen Kundenkreis, der modernen Wohntrends folgt und dabei das Besondere sucht. Diese ist ab sofort bei uns erhältlich.
 

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